Burschenschaft - heute

!!dies ist ein fiktives Gespräch!!

Frage:
So, nun haben wir Einiges über die burschenschaftliche Vergangenheit gehört. Wie aber sieht heute das burschenschaftliche Leben bei euch aus?

Antwort:
Wie auch jede andere Studentenverbindung, haben selbstverständlich auch wir Liberten ein Semesterprogramm. So gibt es bei uns über das ganze Semester hinweg die verschiedensten Veranstaltungen sowohl geselliger Art, als auch solche, die traditionell studentische Wurzeln haben und natürlich auch politische.

Frage:
Was unterscheidet euch denn eigentlich von den anderen Studentenverbindungen?

Antwort:

Nun, zum einen unterscheidet uns von den nichtschlagenden, v.a. katholischen Studentenverbindungen, dass wir eine pflichtschlagende Korporation sind. Wir üben also die alte studentische Tradition des Mensur-Fechtens noch aus.

Zum anderen unterscheidet uns von den anderen schlagenden Verbindungsarten (Corps, Landsmannschaften, Turnerschaften etc.) der Umstand, dass wir dem Dachverband der Deutschen Burschenschaft nahe stehen, der sich als einziger als dezidiert politischer Dachverband versteht.
Dieses politische Engagement ist jedoch nicht parteipolitischer Art, sondern richtet sich einzig und allein nach unserem zum Wahlspruch erhobenen Dreiklang „Ehre-Freiheit-Vaterland“.

Frage:
Es gibt Menschen, die behaupten, Burschenschafter seien versoffene, frauenfeindliche Rechtsradikale, die sich im Studium Seilschaften aufbauen, um dann später in Führungspositionen zu gelangen. Ist da etwas dran?

Antwort:

Fangen wir von vorne an.

Zum Thema Alkohol möchten wir so viel sagen, dass in unserer Burschenschaft – für andere können und wollen wir nicht sprechen – ein Trinkzwang nicht existiert. Jeder trinkt wann er will und so viel er will. Alles in allem denken wir, dass der Alkoholkonsum eines Burschenschafters im Vergleich zum „Normalstudenten“ nicht erheblich höher ist.

Zum Vorwurf der Frauenfeindlichkeit möchten wir sagen, dass es zwar stimmt, dass wir keine Frauen in unseren Bund aufnehmen. Aus dieser Tatsache jedoch eine Frauenfeindlichkeit abzuleiten, halten wir für dreist bis unverschämt. Vielmehr ist dieser Umstand historisch bedingt und außerdem käme auch niemand auf die Idee, einer Frauenfußballmannschaft nur deshalb Männerfeindlichkeit nachzusagen, da diese in einer anderen Liga spielen müssen. Fakt ist, dass Frauen auf fast allen unseren Veranstaltungen gern gesehene Gäste sind.

Zum nächsten Vorwurf möchten wir uns dahingehend äußern, dass es in den Reihen der Burschenschaft Libertas weder Extremisten noch Verfassungsfeinde gibt. Die deutsche Geschichte sehen wir als Ansammlung von positiven und negativen Ereignissen. Sie wird von uns nicht auf die Zeit von 1933 bis 1945 reduziert.
Wir leben nicht in der Vergangenheit, aber nur derjenige, der weiß, wo er herkommt, kann auch wissen, wo er hin will. Und so lautet unser Motto:

Tradition (er)leben – Zukunft gestalten

Anschließend möchte ich noch auf den Vorwurf eingehen, wir würden Seilschaften bilden und uns so gegenseitig in wichtige Schlüsselpositionen hieven. Durch das Prinzip des Lebensbundes, der es mit sich bringt, dass man vom Eintritt als junger Student bis idealerweise zu seinem Tode Mitglied einer Studentenverbindung bleibt, kommt man quasi zwangsläufig mit erfolgreichen und einflussreichen Menschen in Kontakt. Als Multiplikator kommt hierbei noch hinzu, dass man sich ja nicht nur auf seiner eigenen Konstanten bzw. seinem Haus verschanzt, sondern auch Verbindungen in anderen Hochschulstädten besucht und kennenlernt. Dort lernt man wieder Gleichgesinnte kennen, die ebenfalls wieder andere kennen usw.

So erschließt man sich also im Laufe der Zeit ein Netzwerk, das für das berufliche Weiterkommen jedenfalls nicht von Nachteil ist. Wer allerdings nur mit dem Gedanken in eine Burschenschaft eintritt, dass er später bessere Berufschancen hat, wird schnell merken, dass auch oder gerade in einer Burschenschaft man für die vielen Vorteile, die eine Burschenschaft mit sich bringt, auch etwas leisten muss.

Transformiert man den Begriff „Seilschaft“ in einen Anglizismus, so meint der Begriff „Networking“, der heute in aller Munde ist und über Portale wie studivz, facebook und xing die Welt vernetzt, im Ergebnis nicht anderes.

Wie sehen wir die Burschenschaft in Zukunft? Lese dazu Burschenschaft - morgen