Fechten?!

Die Burschenschaft Libertas ist eine schlagende Verbindung. Das heißt, die Mensur ist für uns eine tragende Säule des Verbindungslebens.

Die Mensur hat einen langen Entwicklungsprozess hinter sich. Das Wort “Mensur” kommt von lat. mensura, was Abstand bedeutet. Damit ist der Abstand zwischen den Fechtern gemeint. Begonnen hat das studentische Fechten im Mittelalter. Damals gab es nur wenige Universitäten in Europa und die Studenten mussten oftmals langwierige Reisen dorthin in Kauf nehmen. Da damals natürlich noch kein Online-Banking oder dergleichen möglich war, führten die Studenten ihr gesamtes Bargeld für das Semester mit sich. Um sich vor Wegelagerern schützen zu können, war es den Studenten erlaubt Waffen zu tragen. Dies war nur ihnen, den Bürgern und dem Adel vorbehalten. Im 19. Jahrhundert wurde die Mensur in ihrer heutigen Form geschaffen und dient den schlagenden Studentenverbindungen der körperlichen Erziehung sowie der Traditionspflege.

In Würzburg wird heute mit dem Korbschläger nach Würzburger Waffenring Comment gefochten. Körperstellen, die ernste Verletzungen davontragen können, werden dabei mit Schutzmitteln aus Leder, Kevlar oder Stahl bedeckt. Die Augen und Gehörgänge werden durch die Mensurbrille geschützt.

Sieger oder Verlierer gibt es bei einer Mensur nicht. Es zählt nur, dass ein Bundesbruder persönlich Haltung bewahrt und für die Burschenschaft und deren burschenschaftlichen Ideale einsteht.

Die Mensur ist die persönliche Erfahrung einer Extremsituation. Das Fechten festigt und vertieft das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb des Bundes und ermöglicht dem Einzelnen das Kennenlernen seiner Grenzen.

In diesem Sinne sehen wir die Mensur als Herausforderung, der sich nicht alle bereit sind zu stellen.

Flyer für Erstsemester
Mensurbild nach einer Partie unseres Bbr! Ruff in Rostock